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IInterview - Markus Rausch/Trumm


RS: Was war mit der WM-Runde 2006, als Ihr euch für die Endrunde qualifiziert und für die Farben der Tschechen gespielt habt?

ST: das war natürlich auch eine tolle Sache, ich habe sogar noch das damalige Trikot zu Hause. Nach der Qualifikation in Montabaur sind wir zur Endrunde nach Speyer gefahren. Wir sind zwar dort in der Gruppenphase gescheitert.

MR: In Montabaur mussten wir uns noch mit hiesigen Mannschaften messen, aber in Speyer waren natürlich die besten Mannschaften von Rheinland-Pfalz dabei, auch von Bundesligisten. Da hat man schon Leistungsunterschiede gesehen.

RS: Euer Jahrgang hat ausgezeichnet, dass ihr von der Zusammensetzung her sehr konstant wart – viele Spieler waren von Anfang an bis zur A-Jugend dabei.

MR: das lag auch daran, dass wir uns alle von Anfang gut verstanden haben und auch befreundet waren – es gab bei uns keine Grüppchenbildung und nur einige wenige sind gewechselt – ich u.a. auch, aber ich habe dann bei Eisbachtal gemerkt, dass es beim TuS Ahrbach mehr Spaß macht.

ST: Dem kann ich nur zustimmen – wir haben auch abseits des Platzes viel zusammen gemacht. Später auch abends zusammen weggehen und zusammen feiern. Dieser Zusammenhalt hat uns auch stark gemacht.

RS: Eine wichtige Rolle hat natürlich auch das Trainerteam gespielt – ihr habt über lange Zeiträume mit den gleichen Trainern gearbeitet – es hat sich nicht jede Saison geändert. Welche Rolle haben die Trainer in diesem Zusammenhang gespielt?

ST: Man nimmt von jedem was mit, ob das von Peter und Michael oder von Jogi, der uns den Spruch „flach spielen und hoch gewinnen“ eingeprügelt hat und auch sehr impulsiv am Platz stand oder in der AJugend das Vierertrainingsteam Rudolf, Frank, Markus und Raimund – jeder Trainer hat seinen Charakter eingebracht und uns auch weitergebracht, so dass jetzt so vielen bei den Senioren spielen.

MR: Es waren natürliche unterschiedliche Trainertypen dabei, z.B. Rudolf war ein eher ruhiger Typ im Vergleich zu Jogi und meinem Vater, die uns ab und zu auf dem Platz schon mal zusammen gefaltet haben. Beides hat Wirkung gezeigt. Letztlich hatten wir zu jedem Trainer eine gute Beziehung und wir kamen gut miteinander aus, so dass wir eigentlich keinen Stress auf und neben dem Platz hatten und das ist viel wert.

RS: Spaßfaktor – es ist immer auch neben dem Fußball was gemacht worden. Was fällt Euch hier besonders ein?

ST: Die Abschlussfahrt der AJugend nach Holland war schon super aber auch die Trainingscamps z.B. in Soest waren Klasse und die Fahrten nach Eind sind schon hervorzuheben – die haben natürlich immer Spaß gemacht und auch die Freundschaft verankert.

MR: Ich fand die Jugendfreizeiten in Weibern auch immer super – ich möchte dort auch mal als Betreuer mitfahren. Auch die Begegnungen mit den Holländern waren immer gut und auch mal zu sehen, wie die Holländer spielen und man in die Begegnungen mit den Holländern gut mithalten und meist auch gewinnen kann.

RS: Wie ist euer Eindruck nach doch schon einigen Spielen, die im Seniorenbereich absolviert wurden?

MR: Ich hätte nicht gedacht, dass man nach der AJugend direkt eine Chance hat, in die 1. zu kommen, wir dachten wir spielen erst mal in der 2. und müssen uns dann für die 1. anbieten.

Ich finde das für mich ein Topereignis, dass man jetzt schon so gut wie jedes Spiel spielt und so viel Praxis bekommt – natürlich auch bedingt, dadurch das vor der Saison Abgänge da waren und auch einige Verletzte vorhanden sind.

ST: Dass direkt 4 aus der AJugend in die 1. kommen spricht auch für die gute Jugendarbeit. Aber es ist schon ein krasser Unterschied zwischen der AJugend und den Senioren, egal ob C- oder A-Klasse. Es ist ein viel härtere Gangart, jeder Zweikampf viel intensiver, aber es macht auch viel Spaß, auch weil man bei den Spielen so viele Zuschauer hat.

RS: Euer Einbinden in den Seniorenbereich ist nicht nur direkt vollzogen worden, sondern ihr müsst dort direkt Verantwortung übernehmen. Wie kommt Ihr mit dieser zusätzlichen Bürde klar?

MR: Momentan macht es mir nichts aus, weil ich es von der Jugend her auch schon gewohnt bin – auch dort haben wir Verantwortung übernommen – auch dort waren Simon und ich eigentlich die Spielmacher. Bei den Senioren ist es zwar härter als in der AJugend, aber von der Belastung her ist es für mich kein Unterschied – ich komme damit klar.

ST: wir uns ist das kein großes Problem, dass wir Verantwortung übernehmen müssen, weil wir das die letzten Jahre schon so gemacht haben. Wenn Du der entsprechende Spielertyp bist, dann übernimmst du auch Verantwortung, wenn Du neu in eine Mannschaft kommst – ich habe auch nicht so das große Zittern vor jedem Spiel. Klar wenn man in so einer Position einen Fehler macht, wie jetzt gegen Feldkirchen, dann können schon direkt die Punkte weg sein – dann muss man aber eben einfach weiter machen.

MR: unser Trainer hat jetzt auch gesagt, wir haben einen Altersdurchschnitt von 21 Jahren und stehen wir mit unseren 19 Jahren zwar noch hinten an, aber durch die Leistung sind wir jetzt schon akzeptiert, so dass man auch mal ein paar Worte sagen darf. Wir haben momentan noch drei, vier Ältere in der Mannschaft und die anderen sind alle aus den letzten AJugend-Jahrgängen. Wir sind von den Älteren direkt akzeptiert worden. Als wir noch als AJugendliche ausgeholfen haben, konnte es schon passieren, dass Du, obwohl Du freistandst, den Ball nicht bekommen hast, weil die anderen noch kein Vertrauen hatten, aber durch die Vorbereitung mit den vielen Vorbereitungsspielen ist das Vertrauen entstanden. Die wissen jetzt was wir können und was wir nicht können.

ST: es bringt der Mannschaft auch mehr, wenn Du jemanden auf dem Platz hast, der redet und was macht, als jemanden der sich versteckt, dann wirst Du auch weniger akzeptiert.

RS: Belastet Euch die momentane etwas negative Serie mit nur einem Punkt aus den letzten Spielen?

ST: Natürlich ist es nicht einfach, weil ja auch von Außenstehenden gefragt wird, woran liegt das, dann können die Jüngeren schon eher die Zielscheibe sein. Aber es ist auch so, dass wir in vielen verlorenen Spielen ja nicht schlecht gespielt haben, sondern uns fehlt momentan das Quäntchen Glück und wir verlieren Spiele, durch individuelle Fehler, die gemacht werden. Wenn wir aber weiter so engagiert auf den Platz gehen, werden wir auch wieder Punkte holen.

MR: auch wenn wir Spiele verloren haben, sieht man, dass wir dagegen gehalten haben und auch öfters die bessere Mannschaft waren, aber trotzdem verloren haben – hier kam auch von den Zuschauern dann keine Kritik. Ein paar Spiele haben wir wirklich schlecht gespielt. Dann kam auch Kritik auf uns junge Spieler zu, aber damit muss man umgehen – wir sind noch jung und dann macht man auch noch Fehler – unser Ziel ist der Klassenerhalt und das werden wir auch schaffen – momentan ist von Druck her noch alles in Ordnung.

RS: Einige Spiele sind in der Schlussphase gekippt. Liegt das an der mangelnden Erfahrung oder Fitness?

ST: Ich weiß nicht, ob das unbedingt mit der mangelnden Erfahrung zusammen hängt – wir machen einfach zu leicht individuelle Fehler, nicht wegen mangelnder Erfahrung, sondern wegen Unkonzentriertheit. Es ist immer ärgerlich, wenn man das Spiel in den letzten Minuten noch aus der Hand gibt.

MR: Ich sehe hier auch nicht die mangelnde Erfahrung als Grund, weil auch die älteren Spieler Fehler machen. Es liegt oftmals wirklich an fehlender Konzentration, in den letzten Minuten des Spiels geht das Spiel oftmals schon an die Substanz und es kommt zu Konzentrationsschwächen – aber das ist ja nicht nur in der Kreisklasse so, sondern da sieht man auch in der Bundesliga.

RS: an fehlender Fitness liegen die Konzentrationsschwächen nicht?

MR: ich glaube nicht, das es an fehlender Fitness liegt – vor der eigentlichen Vorbereitung soll sich ja jeder Spiel individuell fit machen und sollte in 26 Tagen 100 km Laufen, damit man mit eine Grundfitness in die Vorbereitung gehen kann. In der Vorbereitung und während der Saison haben wir gut trainiert und gerade als neuer junger Spieler ist man mit Ehrgeiz dabei, man will ja spielen und dann muss man auch alles auf dem Training zeigen. An der Fitness mangelt es momentan nicht.

ST: Zu Beginn der Vorbereitung war ich verletzt, aber wir trainieren gut. Das Training ist zwar schwierig, da viele Studenten nur einmal in der Woche zum Training kommen können, aber die meisten machen auch unter der Woche etwas und halten sich fit. Wenn man sich während des Spiels richtig reinhaut, dann kann man auch nach 70, 75  Minuten platt sein, dann muss man sich eben auswechseln lassen. Man muss nur eben versuchen, alles auf den Platz zu bringen.

RS: Zurück noch mal zur AJugend – wir haben ja zusammen den Aufstieg in die Rheinlandliga geschafft, die jetzige AJugend hat ziemliche Probleme in der Runde – Habt Ihr eine Erklärung dafür, warum die AJugend so schlecht Fuß fasst in der Rheinlandliga, obwohl wie als BJugend große Erfolge gefeiert hat?

MR: ich vergleich das mal die unserer AJugend – da merkt man schon, dass ein Problem im Zusammenhalt der Mannschaft zu sehen ist. Es kamen fünf neue Spieler dazu, die kaum integriert wurden. Es kommt zu Grüppchenbildung. Ich habe schon mehrfach mit denen gesprochen, auch der jüngere Jahrgang schließt sich aus und der ältere Jahrgang übernimmt nicht so die Verantwortung wie das nötig ist – sowohl auf dem Platz als auch in Bezug auf die Integration der neuen Spieler.

ST: Ich sehe das genauso, das war auch das, was uns stark gemacht hat, wir haben als Mannschaft funktioniert und wir haben uns auf dem Platz füreinander reingehauen. Momentan sieht man, dass, wenn ein Aktion nach zwei Minuten schief geht, direkt gemotzt wird und das summiert sich – wenn einer aus der Reihe tanzt, dann denkt sich der andere, warum soll ich das jetzt für den ausbügeln. Darüber hinaus sind sicherlich die Prioritäten falsch gesetzt. Wenn man ein Spiel hat, sollte man sich am Tag vorher etwas anders beschäftigen, wie das momentan vielfach getan wird – man kann dann nicht bis in die Puppen feiern.

RS: Zum Abschluss noch eine Frage – Wie seht Ihr die Rahmenbedingungen in der SG/JSG? Was könnte man besser machen?

ST: Was mir aufgefallen ist, dass die Spiele in Girod besser vorbereitet werden könnten. Letztens als die 2. ein Spiel hatte, war der Platz nicht abgezeichnet und dass der Verkauf während des Spiels verbessert werden könnte. Ansonsten kann man schon sagen, dass man sich in der SG/JSG gut engagiert und dass die Rädchen eigentlich ganz gut ineinander greifen. Gerade beim TuS wird viel organisiert, außer dem normalen Spielbetrieb.

RS: Könnt Ihr Euch vorstellen, im Bereich der Vorstandsarbeit oder als Trainer/Betreuer künftig tätig zu sein?

MR: Später schon – momentan ist bei uns jungen das Problem von Studium und Ausbildung gegeben, so dass nicht ausreichend Zeit gegeben ist. Aber wenn man sich später in der näheren Umgebung niedergelassen hat, dann würde ich das schon gerne auch übernehmen und mich engagieren.

ST: Um liegt was an dem Verein – wenn es uns hier nicht gefallen würde, wären wir noch so lange dabei. Momentan ist das schwierig, man muss sich orientieren, das Studium steht an, da ist es schwer das alles unter einen Hut zu bringen, aber später bin ich sicherlich für alles offen.

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