Nach diesem so erfolgreichen Jahr 1989 folgte 1990 eine Reihe bitterer, aber lehrreicher Erfahrungen. Als deutscher Vizemeister verpasste man mangels kämpferischer Einstellung die inzwischen schon fast zur Gewohnheit gewordene Rheinlandmeisterschaft und musste Bad Neuenahr den Vortritt lassen. Dies war um so schmerzlicher, als in diesem Jahr der Titel Bedingung für den Aufstieg in die neu gegründete zweigeteilte Frauenfußball-Bundesliga war. Doch damit nicht genug: Auch in der Relegationsrunde konnte sich der TuS wegen erheblicher Anlaufschwierigkeiten nicht gegen die SG Praunheim durchsetzen und musste so ein weiteres Jahr in der nunmehr zweitklassig gewordenen Rheinlandliga verbringen.

Doch wiederum bewies die Truppe um den inzwischen zum Synonym des Ahrbacher Frauenfußballs gewordenen Trainer und Manager Detlev Tank Charakterstärke: Obwohl zu Beginn der Saison mit Jutta Nardenbach und Marion Isbert die absoluten Aushängeschilder des Clubs dem Verein den Rücken gekehrt und zum TSV Siegen abgewandert waren, holte man souverän den Rheinlandtitel und setzte sich auch in der Aufstiegsrunde gegen den bayrischen Meister FC Wacker München, Hessenmeister TSV Münchhausen und den saarländischen Meister SC Oberkirchen verlustpunktfrei durch und stieg in die Frauenfußball-Bundesliga Gruppe Süd auf.

In der ersten Bundesliga-Saison erreichte das Team dank seiner Heimstärke das angestrebte Minimalziel – den Klassenerhalt. Auf fremdem Platz kam man jedoch nie über ein Remis hinaus – nur ein einziges Auswärtstor gelang dem Team (Annelie Kranz beim 1:1 in Praunheim), dessen Leistungsträgerinnen nun Bettina Berens, Melanie Lasrich, Beate Reuer, Betina Beyer und Christine Francke hießen.

Auch in den folgenden drei Spieljahren zeichnete sich die Tank-Truppe vor allem durch Einsatzbereitschaft und Kampfgeist aus. Allmählich konnte man sich auch zunehmend an die noch immer wenig geliebten Auswärtsspiele gewöhnen und holte auch den ein oder anderen Auswärtspunkt. Insider erstaunte die Heimstärke erstaunte allerdings ein wenig – denn im Grunde hatten die Ahrbacherinnen noch kein einziges echtes Heimspiel in der Bundesliga bestritten. In Ermangelung eines eigenen Rasenplatzes trug die Mannschaft auch die Heimspiele auf fremden Plätzen aus: Zunächst in Moschheim und teilweise in Girod, später im Stadion in Montabaur. Bis aus dem scherzhaft „Stadion Rote Erde“ genannten Hartplatz in Ruppach-Goldhausen eine schnieke Rasenfläche mit Bundesliga-Gardemaß wurde, sollte noch einige Zeit ins Land gehen.