Doch nicht nur organisatorisch bewegte sich der Verein nun auf höchstem Niveau – auch sportlich hatte man sich weiterentwickelt. Mit Melanie Lasrich, Bettina Berens und Christine Francke standen im Kader des TuS nun wieder drei Akteurinnen, die auch schon auf Einsätze im Nationaldress zurückblicken konnten. Und auch die hervorragende Jugendarbeit trug Früchte: Stephanie Deurer (heute Stephanie Manns), Silvia Mader, Elfrun Wende und Nicole Ferber zählten zur DFB-Juniorinnenauswahl – und die Rheinlandmeisterschaft im Mädchenfußball hatte wie einst der Titel im Seniorinnenbereich nur zwei ernsthafte Anwärter: SC 07 Bad Neuenahr und TuS Ahrbach. Auch die zweite Frauenmannschaft konnte 1994 mit dem Rheinlandpokal erstmals einen Titel einheimsen und wurde zudem Vize-Rheinlandmeister – wobei die Meisterschaftsrunde nun natürlich nicht mehr den sportlichen Stellenwert hatte wie vor der Einführung der Bundesliga.

Diese Erfolge entfachten in der folgenden Saison den Ehrgeiz: Mit Top-Torjägerin Heidi Mohr und der nicht nur in Insiderkreisen bekannten Ex-Nationalspielerin Uschi Lohn wurde die Mannschaft vor allem im Angriff gezielt verstärkt. Zudem kehrten Jutta Nardenbach und Marion Isbert wieder von ihrem Ausflug nach Siegen zurück. Die Rechnung von Manager Tank schien zunächst aufzugehen: Erstmals seit Gründung der Bundesliga qualifizierte man sich für die Runde der letzten Vier, in der die Deutsche Meisterschaft zwischen den beiden jeweils best-platzierten Teams der Nord- und Südgruppe ausgespielt wurde. Doch trotz eindrucksvoller Papierform war das Halbfinale gegen den späteren Deutschen Meister Grün-Weiß Brauweiler Endstation. Zwar musste man sich im Hinspiel in Brauweiler nur knapp mit 2:3 geschlagen geben – doch verlängerte sich die ohnehin schon lange Liste angeschlagener Spielerinnen durch diese Partie um Jutta Nardenbach, Christine Francke und Heidi Mohr. Dieser für die knappe Niederlage gezollte Tribut war am Ende zu hoch – und so unterlag man im Rückspiel deutlich mit 1:5.

Nach dieser Saison verließen Uschi Lohn und Heidi Mohr den Verein wieder – es folgte eine Rückbesinnung auf alte Tugenden wie mannschaftliche Geschlossenheit und Zweikampfstärke. Vor allem auswärts spielte das Team um Spielführerin Bettina Berens ungewöhnlich stark und fand sich so trotz eklatanter Heimschwäche zur Winterpause auf einem sicheren Mittelfeldplatz wieder. Großes Verletzungspech verhinderte jedoch am Ende eine gute Platzierung und so reichte es nur zu Rang acht in der Abschlusstabelle.